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Nichts für Cowboys: Brandy aus Spanien

Cien Lustros Brandy de Jerez Solera Gran Reserva Cien Lustros Brandy de Jerez Solera Gran Reserva

Wenn der einsame Cowboy im Western einen Saloon betritt und sich den Staub aus der Kehle spülen will, bestellt er oft einen Brandy. Woraus dieses Getränk außer seinem Anteil an mehr oder weniger trinkbarem Alkohol besteht, bleibt dabei eben so offen wie die Frage nach dem Grundprodukt, aus dem es hergestellt wurde. Doch mit dem, was in Spanien als Brandy bezeichnet wird und diese Bezeichnung laut Verordnung der Europäischen Gemeinschaft auch zu Recht trägt, dürfte der Brandy aus dem Saloon nur eines gemeinsam haben: die sprachliche Wurzel. Denn sprachlich geht das Ganze auf den mittelniederdeutschen Begriff „brandewīn“ zurück. Die Engländer machten daraus „Brandy Wine“ und dieser Name trat, verkürzt zu Brandy, seinen Siegeszug in Europa an, von wo die Auswanderer ihn mit nach Amerika nahmen. Wo sie in Ermangelung von Wein als Ausgangsprodukt Getreide, Kartoffeln oder Obst zu – man achte auf den feinen Unterschied bei der Schreibweise im Deutschen – Branntwein machten.

Doch spanischer Brandy, der diesen Namen zu Recht trägt, darf mit solcherart oft abfällig als Agraralkohol bezeichnetem Destillat nicht das Geringste zu tun haben. Wobei in seinem einzigartigen Herstellungsverfahren trotzdem eine gewisse gewollte „Verunreinigung“ eine wichtige Rolle spielt. Denn um Brandy zu erzeugen, braucht man Fässer aus Eiche, in denen bereits Sherry hergestellt wurde, zur Lagerung. Das sogenannte Solera-Verfahren ist ein sehr dynamischer Prozess, an dem auch Mathematiker ihre Freude haben können. Denn es läuft so ab: Aus einem Fass wird ein Drittel seines Inhalts entnommen, in Flaschen zum Verkauf oder, was nicht selten der Fall ist, zu einer weiteren, oft viele Jahre langen Lagerung. Das fehlende Drittel im letzten Fass des Solera-Verfahrens wird aus dem Vorgänger in der langen Reihe von ehemaligen Sherry-Fässern entnommen, in denen Brandy mit immer höheren Anteilen jüngeren Datums lagert.

In der ersten Fassreihe schließlich, aus der ebenfalls ein Drittel entnommen wurde, um die Lücke in der nächsten Ebene aufzufüllen, wird schließlich mit neuem, ganz jungem Brandy aufgefüllt. Wie viele Stufen der Brandy auf diese Weise durchläuft, ist die Entscheidung des Herstellers überlassen, aber bis zu acht, manchmal auch zwölf, sind es bei den besten Qualitäten schon. Ein geringer Nachteil dieses Verfahrens ist es, dass man natürlich so keinen Jahrgangs-Brandy erzeugen kann. Das wird aber vom entscheidenden Vorteil, nämlich Jahr für Jahr gleichbleibende Qualität liefern zu können, mehr als aufgewogen.

Die Sache mit der gleichbleibenden Qualität setzt allerdings voraus, dass in den Herstellerbetrieben wirklich langfristig gedacht und gearbeitet wird. Die Früchte der Arbeit erntet buchstäblich erst die nächste Generation. Das gilt auch für das Spitzenerzeugnis im Angebot von Miogusto, den Brandy mit der Bezeichnung Cien Lustros, der mehr als 45 Jahre alt ist und in dieser Zeit eine faszinierende Dichte von Aromen in sich vereinen konnte. Er gehört natürlich zur höchsten Qualitätsstufe, der Solera Gran Reserva, und stammt - wie die meisten spanischen Brandys – aus der Gegend um die Stadt Jerez an der Atlantikküste. Die Bodega Sanchez de Alva ist nahezu 100 Jahre alt und neben der Produktion von Sherry gewinnt die Herstellung von hochwertigem Brandy immer mehr an Bedeutung. Die Grundlagen dafür wurden allerdings bereits viele Jahrzehnte zuvor gelegt.

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