Home | Willkommen bei Miogusto Blog

Die Grappa – ein Universum an Geschmacksnuancen

Ob die ersten Kreuzfahrer im 11. Jahrhundert ihr Seelenheil gefunden haben, ist nicht zu beantworten. Allerdings brachten sie von den Arabern eine Technologie mit, die nur im alkoholischen Getränken aufgeschlossenen Europa zu wahrer Blüte gelangen konnte: die Destillation von Alkohol. Dazu braucht es ein bis heute in seiner einfachsten Form unverändertes Gerät, das für die einen der heilige Gral ist, aus dem die vielfältigen „Wasser des Lebens“ (aqua vite) entspringen und für die anderen die Büchse der Pandora, deren Inhalt Unglück über die Menschen bringt. Beide Positionen sind zu 100 Prozent richtig, doch an dieser Stelle soll von der Vielfalt des Wohlgeschmacks berichtet werden, der aus der umsichtigen Variation des nur scheinbar Gleichen entstehen kann. Die Grappa ist das perfekte Beispiel, denn ihre Rohstoffe sind genau vorschrieben: Nur aus dem Trester, das heißt den Überresten der Weinherstellung, darf die Grappa gewonnen werden. Und die Italiener waren klug genug, sich das Recht zur Grappaherstellung von der Europäischen Gemeinschaft auf ihr Land beschränken zu lassen. Diese Überreste bestehen vor allem aus den Schalen der ausgepressten Weintrauben. Neben geringen Mengen Zucker finden sich im Trester bis zu 2 Prozent trinkbarer Alkohol und die vielfältigen Aromastoffe der Weintraube, die sich an den Schalen konzentrieren.

Schon der Gedanke an die Vielfalt der Rebsorten Italiens macht klar, wie viele Variationen von Grappa es bei aller scheinbaren Einfachheit der Ausgangsprodukte gibt. Und dann ist noch die Art des Brennvorgangs entscheidend für die Frage, welche Aromen sich in der daraus entstehenden Grappa erschmecken lassen. Mindestens 37,5 Volumenprozent Alkohol muss ein echter Grappa enthalten, doch bei den meisten Sorten ist es deutlich mehr. Und trotzdem bleibt noch genügend Anteil für die vielfältigen Geschmacksstoffe, die gute Brenner zusätzlich aus dem Trester herausdestillieren. Deshalb kann Grappa auch jung getrunken werden, wobei die Trink-Temperatur dann etwas niedriger, knapp im zweistelligen Bereich liegen sollte. Ist das Getränk älter und dadurch meist auch edler, dann geht man von Zimmertemperatur aus, wobei Kenner nicht an sommerlich überhitzte Räume, sondern eher an Temperaturen um die 18 Grad für den wahren Grappa-Genuss denken.

Edle Grappa wird nicht einfach in Flaschen abgefüllt und aufbewahrt, sondern im Holzfass gelagert, wenn die Brennmeister ihr die Gelegenheit zur Reifung geben wollen. Die Größen reichen dabei von 27 Litern über das übliche Barrique-Fass bis zu Gebinden mit mehreren 1000 Litern Inhalt. Meist sind sie aus Eiche, aber auch mit Kirsche und anderen Hölzern haben experimentierfreudige Grappa-Hersteller schon versucht, ihrer Grappa die unverwechselbare Note zu geben. Und dass bei dieser Art von Ausbau die eigentlich typische Klarheit dieses ursprünglich einfachen Bauernschnapses angenehm gelblichen und rötlichen Tönen weichen kann, versteht sich fast von selbst. Nicht zu reden von dem Fall, dass durch Zusatz von Kräutern die von Freunden der Grappa ohnehin als Selbstverständlichkeit vorausgesetzte gesundheitsfördernde Wirkung gesteigert werden soll.

Dieser kleine Überblick zeigt schon, dass es die Grappa nicht gibt. Stattdessen gibt es ein Universum von Geschmacksnuancen zu entdecken. Die Auswahl, die ihnen Miogusto im Folgenden präsentiert, reicht schon für eine ausgedehnte Reise in dieses Geschmacksuniversum. Alle Grappe eint, dass sie mit besonderer Sorgfalt ausgesucht wurden und nur Erzeuger in das Sortiment aufgenommen werden, die sich besonderen Qualitätsansprüchen verpflichtet fühlen.

Ganz besonders gilt das für Jacopo Poli aus Venetien, der einer der berühmtesten (und mit vielen Preisen ausgezeichnete) Brennmeister in Italien gilt. Der von ihm geleitete Familienbetrieb liegt in Venetien und er gibt freimütig zu, dass sein Großvater noch als Schwarzbrenner mit einem Handwagen durch die Gegend zog.

Grappa-Brenner seit Generationen sind auch die Ingas aus dem Piemont. Lorenzo Inga trägt dort heute die Verantwortung und er versteht es, sich mit seinen Grappe von den übrigen Brennereien der Gegend abzusetzen. Sein Selbstbewusstsein drückt sich in dem Oberbegriff „My Grappa“ aus, das seine so unterschiedlichen Edel-Spirituosen schmückt.

My Grappa Affinata in Barrique Selection
Dieser Grappa ist Ingas Top-Produkt. Hierfür verwendet er nur ausgesuchte Trester.

Grappa Sarpa Barrique di Poli
Grappa aus Cabernet und Merlot im Holz gereift (in der Geschenkröhre).

Grappa di Barolo
Grappa aus der Rebsorte Nebbiolo. Aus dieser Rebsorte wird im Piemont der berühmte Barolo gekeltert.

Grappa Po' di Poli Secca
Grappa aus Merlot (in der Geschenkröhre).

My Grappa Affinata in Barrique Selection
Grappa Sarpa Barrique di Poli
Grappa di Barolo
Grappa Po' di Poli Secca
Alle Preisangaben inkl. MwSt. und zzgl. Versandkosten