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Portwein oder die Geschichte einer Dreiecksbeziehung

Gut 30 Kilometer sind es über den Ärmelkanal von Frankreich nach England. Was hätte da näher gelegen, als dass die französischen Weinerzeuger auch ihre Nachbarn mit Wein versorgen. Doch die Beziehung der beiden Länder ist über die Jahrhunderte eher von Konkurrenzkampf und Kriegen als von friedlichem Handel und Wandel geprägt gewesen – einen hundertjährigen Krieg zwischen zwei Nationen kennt die Geschichte wohl sonst nicht. Da die Engländer aber natürlich trotzdem Wein trinken wollten, kam Portugal ins Spiel. 1373 schlossen die beiden Länder einen Vertrag, der Fischereirechte in britischen Hoheitsgewässern gegen Wein vom kleineren der beiden iberischen Nachbarstaaten eintauschte. Beim Zustandekommen dieses Vertrages hatte der Weinanbau dort am Ufer des Flusses Douro schon viele Jahrhunderte Tradition. Und wenn von den damals noch gar nicht so edlen Tropfen etwas exportiert wurde, ging es über den Hafen der passenderweise Porto (portugiesisch für Hafen) genannten Stadt an der Mündung dieses Flusses. Rund 300 Jahre danach taucht in Zolldokumenten erstmals die Bezeichnung Port (o) für den Wein aus dieser Region auf.

Und unter anderem dort gingen die Engländer Ende des 17. Jahrhunderts auf die Suche nach trinkbarem Wein für ihr Heimatland, als die Beziehungen zu Frankreich wieder einmal besonders schlecht waren. Sie wurden zwar fündig, doch die Qualität war schwach. Außer in einem Kloster, wo die Mönche einen speziellen Trick erfunden hatten, um einen guten und vor allem haltbaren Wein herzustellen. Zum einen verstanden sie sich auf die Herstellung von neutralem, hochprozentigem Alkohol und waren neuerungsfreudig genug, um diesen Alkohol bei der Herstellung ihres „Priest-Portweins“ einzusetzen. Der heute mit dem wohlklingenden Fremdwort „Vinierung“ bezeichnete Vorgang bedeutet eine ziemlich radikale Beendigung des Gärprozesses bei der Weinherstellung durch Hinzufügen hochkonzentrierten Alkohols. Zum einen hat Portwein dadurch einen Alkoholgehalt zwischen 19 und 22 Prozent, zum anderen eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Restsüße.

Beide Faktoren waren Pluspunkte, die den Portwein zum erfolgreichsten Exportwein der Welt gemacht haben. Ein weiterer Grund war sicher die ungewöhnlich frühe internationale Arbeitsteilung bei der Herstellung von Portwein. Nur auf den Quintas genannten Weingütern entlang genauestens registrierter Anbauflächen entlang des Douro darf der Grundwein für den Port gewonnen werden. Doch obwohl die Herstellung von gutem Portwein Jahre, in besonderen Fällen auch Jahrzehnte dauern kann, bleibt der junge Port nur ein halbes Jahr auf den Quintas. Danach wird er größtenteils nach Vila Nova de Gaia transportiert, wo der eigentliche Ausbau vorgenommen wird. Diese Stadt für den Portwein liegt am Ufer des Douro gegenüber von Porto. Der wichtige Arbeitsschritt der Veredelung lag in Händen der dort angesiedelten Handelshäuser aus England, Holland oder auch Deutschland, deren Markennamen auch heute noch das Geschäft bestimmen. Nur am Rande sei hier angemerkt, dass der Geschmack der Verbraucher auf dem Gebiet des Portweins noch für eine besondere Pointe gesorgt hat: Größte Abnehmer mit fast 25 Prozent Marktanteil sind nicht die Engländer, die nur rund halb so viel verzehren, sondern ausgerechnet die Franzosen.

Obwohl das Gebiet, in dem laut Verordnung der Europäischen Union Portwein erzeugt werden darf, recht klein ist, so ist doch für Vielfalt gesorgt. Je nach Traube – 40 Rebsorten sind grundsätzlich zugelassen – gibt es roten und weißen Portwein. Natürlich spielt auch der Ausbau eine wichtige Rolle. Und dann ist da noch Mutter Natur, die nur alle paar Jahre wirkliche Spitzenjahrgänge gedeihen lässt. Diese so genannt Vintage-Qualität wird in Flaschen abgefüllt, deren Besitzer sich mit dem Genuss noch 30, 40 oder 50 Jahre Zeit lassen können, weil sich der Inhalt dieser Flaschen immer weiter verfeinert.

Solche Qualitäten prägen auch das Angebot von Miogusto. Die Portweine unter der Bezeichnung Churchill’s sind Ausdruck einer besonderen Erfolgsgeschichte, die mit dem Namen Johnny Graham verbunden ist. Sein Name verweist auf die nordeuropäischen Einflüsse in der Portwein-Produktion, entstammt er doch einer Familie mit langer Erfahrung auf diesem Gebiet.

Das gilt im Prinzip auch für Christiano van Zeller, der zusammen mit der Familie Soares Franco, der das Unternehmen José Maria da Fonseca gehört, eine neue Quinta Vale Dona Maria und eine neue Produktlinie entwickelte, die sich im oberen Segment der Portwein-Hersteller etabliert haben. Beide sind Schöpfer von Spitzen-Portweinen, die sowohl im wörtlichen als auch im übertragenen Sinne ausgezeichnet sind.

Churchill's Late Bottled Vintage
Die Rebsorten Touriga Franca, Tinto Roriz, Touriga Nacional und Tinta Barroco bilden die Grundlage für diesen LBV Portwein.

Years Old Tawny
Komplex mit intensiven Aromen; mit hervorragenden 94 Parker Punkten belohnt

Vintage Port 'Fonseca & V. Zeller' 2000
Ein wahrer Kraftprotz, viel Frucht, ansprechende Tannine, Aromen von dunklen Früchten.

Churchill's Late Bottled Vintage
10 Years Old Tawny
Vintage Port 'Fonseca & V. Zeller' 2000
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